BRILLE AM MARKT

Joachim Floegel wollte eigentlich Architekt werden, seine Eltern hatten jedoch andere Pläne für ihn. „Aber eine Brille ist ja wie Architektur fürs Gesicht,“ tröstete sich der staatlich geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister, der heute das wohl bekannteste Aachener Brillengeschäft führt.

Schon von Anfang an wollte er sich selbstständig machen und eröffnete im Mai 1995 sein erstes Geschäft. Direkt am Markt, ein mutiger Schritt. Joachim Floegel war zwar risikofreudig, hatte aber auch Angst. „Entweder es klappt,“ sagte er sich, „oder ich lebe in drei Monaten unter der Brücke.“ Es klappte.

2005 folgte der Umzug in die Krämerstraße, Grund war unter anderem die Sorge, dass es wegen der Verkehrsberuhigung am Markt zu ruhig werden könnte, in der Krämerstraße ging es lebhafter zu. Das Ladenlokal dort war zwar kleiner, die Umsätze aber stiegen und Floegel erreichte bald sein Ziel, „Brille am Markt“ als Marke zu etablieren. Dementsprechend eng wurde es irgendwann in der Krämerstraße, so dass er im Herbst 2019 in das dreimal größere Ladenlokal in der Hartmannstraße umzog, in dem früher der Herrenausstatter Jansen-Haamann feine Hemden und Krawatten anbot.

Ob mit Sekt oder Kaffee – hier kann man gleich auf die neue Brille anstoßen.

Dem hellen Raum mit den hohen Decken merkt man die Affinität des Besitzers zur Architektur an: Die Atmosphäre ist schlicht, sachlich und funktional, aber auch voller Retrocharme. Alt und Neu haben Joachim Floegel und seine Frau geschickt kombiniert und dabei auf zu viel Farbe verzichtet, damit die Produkte im Vordergrund stehen können. Teile der alten Inneneinrichtung, wie etwa die Theke von 1952 oder die hölzernen Wandschränke wurden leicht verändert beibehalten.

Außerdem konnte der Augenoptiker sich hier endlich einen alten Traum erfüllen: eine stilvolle Bar, an der er seiner Kundschaft einen vorzüglichen Espresso, Kaffee, Wein oder auch Gin servieren kann. „Schließlich möchte ich selbst mich hier auch wohlfühlen,“ lächelt er.

Der Umzug hat sich gelohnt, (auch) das besondere Ambiente zieht eine neue Kundschaft an, die kompetente Beratung, hochwertige Produkte und besondere Marken sucht. Brillenträger finden hier Sehhilfen von Chanel, Tom Ford, Andy Wolf, Ray Ban, Lunor und anderen begehrten Brands. „Eine Brille muss schön sein, der Preis ist uns egal,“ so Floegel. Schön heißt, das Material muss stimmen, soll also kein Erdölprodukt sein, sondern zum Beispiel Baumwollacetat, das eine ganz andere Haptik hat als Plastik. „Man spürt das einfach, man schwitzt damit auch weniger.“ Außerdem zählt die Qualität der Scharniere, die Passform und besonders das Design.

Trends gibt es natürlich auch bei Brillen. Prominente und Social Media Stars beeinflussen die Nachfrage nach bestimmten Styles, seit einer Weile sind große Metallbrillen angesagt, wie etwa Sido sie trägt. Aber nicht allen stehen die trendigen Modelle. Joachim Floegel und sein fünfköpfiges Team richten sich bei der Suche nach einer passenden Brille weniger nach den Vorstellungen ihrer Kunden, sondern nutzen ihre langjährige Erfahrung, was Passform und Aussehen angeht.

Aber wie erkennt man die richtige Brille?

„Wichtig ist der seitliche Abschluss mit der Schläfenpartie,“ erklärt Joachim Floegel, „der obere Brillenrand sollte möglichst der Form der Augenbrauen entsprechen und der Durchblickpunkt etwas oberhalb der Mitte liegen. Außerdem muss man beachten, ob der Augenabstand eng oder weit ist. Wir suchen dann drei Brillen aus – und eine davon ist es dann meist auch.“

Aber nicht nur individuelle Brillen und Sonnenbrillen gibt es bei „Brille am Markt“, hier werden auch Kontaktlinsen, Etuis und die gerade modischen Brillenketten in allen möglichen Varianten angeboten. Zudem werden Sehtests vorgenommen – auch als Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung – und Augeninnendruckmessungen sowie Voruntersuchungen zu grünem und grauem Star mit einem Spezialgerät durchgeführt, das die unangenehmen Tropfen zur Pupillenweitung überflüssig macht. „Wir können aber nicht den Gang zum Augenarzt ersetzen,“ betont Joachim Floegel.


Während der ersten Wochen der Corona-Krise bot er täglich einen Notdienst an, nun hat er wieder normal geöffnet und freut sich darauf, seine Kunden begrüßen zu dürfen.


(Fotos: Einkaufen in Aachen/Marie-Luise Manthei)


BRILLE AM MARKT

Hartmannstraße 8
52062 Aachen

Telefon:+49-(0)241-36060

E-Mail:info@brilleammarkt.de

www.brilleammarkt.de


 

ÖFFNUNGSZEITEN:

Mo bis Fr: 10 bis 18.30 uhr
Sa: 10 bis 16 Uhr
oder nach Vereinbarung

 

 

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