Plum’s Kaffee


Wenn der Geruch von frisch geröstetem Kaffee durch die Aachener Innenstadt zieht, wird wahrscheinlich bei „Plum’s Kaffee“ – der ältesten Kaffeerösterei Deutschlands – Kaffee geröstet. Wir sind dem Geruch nachgegangen und haben bei einer Besichtigung der Rösterei von Gina Vogeler allerhand Interessantes über den Röstvorgang und die Herkunft des Kaffees erfahren.

Schon seit 1820 gibt es den Familienbetrieb „Plum’s Kaffee“ in Aachen. Heute ist die Aachener Rösterei die älteste Kaffeerösterei in Deutschland. Vor über 50 Jahren ist Jürgen Vogeler, Gina Vogelers Großvater, nach Aachen gezogen und in die Kaffeefirma mit eingestiegen. 1983 übernahm er sie dann komplett. Seitdem ist „Plum’s Kaffee“ ein Familienunternehmen der Familie Vogeler. Die gelernte Industriekauffrau Gina Vogeler arbeitet im Geschäft mit dem Kaffee nun in der dritten Generation. Natürlich ist auch Opa Jürgen Vogeler noch jeden Tag hier.

Von der Bohne bis zum fertigen Kaffee
Das traditionelle Röstverfahren von 1820 ist bis heute beibehalten worden. Täglich werden in der Rösterei im Hammerweg 4 rund 500 Kilogramm Kaffee geröstet. „Die ungerösteten kleinen grünen Kaffeebohnen sind vor dem Röstvorgang nicht genießbar. Erst durch das Rösten kommen die Aromen“, erklärt Gina Vogeler. Die verschiedenen Rohkaffees werden aus 60 Kilogramm Jutesäcken auf ein Silo aufgeteilt und für die Röstmaschine passend abgewogen – so kann man im Silo auch Mischungen machen oder nach Rohsorten sortieren. Aus dem Silo kommen die Kaffeebohnen dann durch einen Schlauch in eine von zwei massiv gebauten Röstmaschinen. „Zu Beginn sind die Bohnen noch sehr klein, bei der Röstung verdoppelt sich das Volumen ungefähr und das Gewicht reduziert sich um bis zu 15 Prozent“, so Gina Vogeler.

Die Bohnen platzen beim Röstvorgang auf und die abfallenden Häutchen werden nach oben hin abgesaugt. „Bei günstigen Kaffees wird diese Haut mitverarbeitet, dadurch schmeckt der Kaffee dann oft schlapper“, erzählt Vogeler. Das ist bei „Plum’s“ Kaffee natürlich nicht der Fall. Hier wird auf ein starkes Aroma geachtet. Anschließend kommen die gerösteten Bohnen in ein Kühlsieb, das für eine schonende Kühlung durch Raumtemperatur sorgt. Langsam werden die Bohnen bei einer recht niedrigen Temperatur geröstet, dabei reduziert sich der Wassergehalt in den Bohnen um 15 Prozent. „Das sorgt für einen vollen Geschmack, denn die Bohnen sind durch die niedrige Rösttemperatur nicht außen verbrannt, sondern gut durch“, so Vogeler.

Durch ständige Kontrolle der Röstfarbe garantiert „Plum’s Kaffee“ ein gutes Röstergebnis. „An der Farbe ist kontrollierbar, ob die Röstung fertig ist. Um das zu testen, werden immer wieder Proben genommen. Natürlich kontrolliert man auch die Uhrzeit, aber hauptsächlich wird es an der Farbe kontrolliert“, erklärt Vogeler. Grundsätzlich braucht eine normale Röstung ungefähr 15 Minuten. Espresso benötigt etwas mehr Zeit, da die Bohnen dunkler werden. Bei der Röstzeit kommt es aber grundsätzlich auf die Sorte an. So gibt es bei „Plum’s Kaffee“ insgesamt fünf Espressosorten und acht Filterkaffeesorten, unter anderem aus Brasilien, Indien, Costa Rica, Nicaragua, Guatemala oder Mexico

Ursprung von „Plum’s“ Kaffeebohne
„Die Kaffeebohne an sich besteht aus dem Kern der Kaffeekirsche. Dieser wird rot, wenn er reif ist, und von Hand abgeerntet. Billiger ist es natürlich mit Maschinen. Hochwertiger Rohkaffee ist aber natürlich handverlesen“, erfahren wir von Gina Vogeler.

Um diese handverlesenen, qualitativ hochwertigen Kaffeebohnen nach Aachen zu bekommen, arbeitet „Plum’s Kaffee“ mit Zwischenhändlern zusammen, die sich mit den Händlern aus den Herkunftsländern des Kaffees verständigen. “Für einen kleinen Kaffeebauern beispielsweise in Costa Rica ist es sehr schwierig, den Kaffee durch den Zoll zu schaffen und ins Ausland zu verkaufen“, weiß die Kaffeeexpertin.

So bringen die Kaffeebauern ihre Kaffeekirsche in den verschiedenen Ländern zu Sammelstellen. Dort wird die Qualität der Kaffeekirschen bewertet und die Bauern werden nach Kilo und Qualität der Ware bezahlt. In den Sammelstellen werden die Kaffeekirchen dann aufbereitet, in Säcke gepackt und verschifft. Hier kommen dann europäische und deutsche Zwischenhändler zum Einsatz, bei denen „Plum’s Kaffee“ wiederum seine Ware abholt. Natürlich achtet das Unternehmen auf gute Arbeitsbedingungen in den Kaffeeplantagen.

Nach dem aufwendigen Röstvorgang wird der Kaffee in der „Plum’s“-Rösterei von Hand gemahlen und abgepackt. Ganzen Bohnen können bei Bedarf im Aachener Ladenlokal im Hof 2 frisch gemahlen werden. Dort gibt es neben einer breiten Palette an Kaffeesorten auch Kaffeemaschinen, Vollautomaten, Siebträger, Espressokocher, Filtermaschinen und Kaffeezubehör wie Mühlen und Reinigungsmittel – eben alles, was zum Kaffeegenuss dazugehört.


(Fotos: Einkaufen in Aachen/Marie-Luise Manthei)

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